, Camenzind Daniela

Betschart verpasst den Bergkranz am Brünig

Brünigschwinget

Das traditionsreiche Brünigschwinget am vergangenen Sonntag bot auch dieses Jahr spannende Zweikämpfte um das begehrte Eichenlaub. Der Küssnachter Teilverbandskranzer Patrick Betschart zeigte eine starke Leistung, musste sich am Ende aber erneut mit einem Rang ausserhalb der Kranzränge zufriedengeben.
 
Es waren am vergangenen Sonntag perfekte Bedingungen für das Bergkranzfest auf dem Brünig. 120 Schwinger aus den Teilverbänden Bern, Innerschweiz und Nordostschweiz traten zum Bergklassiker an. Für den Schwingklub Küssnacht stand Patrick Betschart im Sägemehl. Nach dem knapp verpassten Rigikranz in der Vorwoche wollte sich der Immenseer am Brünig seinen zweiten Bergkranz sichern.
 
Drei Siege
Betschart startete überzeugend ins Fest und bezwang den Berner Teilverbandskranzer Fabian Schärz. Bereits im zweiten Gang wartete mit dem Eidgenossen Severin Schwander eine grosse Herausforderung. Der grossgewachsene Berner nutzte seine körperlichen Vorteile konsequent und entschied den Zweikampf für sich.
Nach der Niederlage gegen Schwander antwortete Betschart mit einem Sieg gegen Dominik Binggeli. Der vierte Gang wäre eine weitere Chance für einen Küssnachter Sieg gewesen. Christian Lanter vermochte sich aber zu wehren und der Gang endete gestellt. Im fünften Gang traf Betschart mit Remo Schärz erneut auf einen der Schärz-Brüder. Nach Fabian Schärz bezwang Betschart auch dessen Bruder souverän und wahrte damit seine Kranzchancen.
 
Gestellt statt Sieg
Im entscheidenden sechsten Gang wartete mit Patrick Schenk erneut ein Berner Eidgenosse. Die beiden lieferten sich einen offensiven und ausgeglichenen Zweikampf, der schlussendlich ohne Sieger endete. Für den Gewinn des Eichenlaubs hätte Betschart diesen Gang jedoch für sich entscheiden müssen. Mit 55,25 Punkten klassierte sich der Immenseer auf dem 9. Schlussrang und musste sich erneut mit einem Rang ausserhalb der Kranzränge zufriedengeben. Trotzdem blickt Betschart positiv auf den Wettkampf zurück. «Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Lediglich im vierten Gang konnte ich mich nicht richtig fokussieren, was sich auf den Zweikampf ausgewirkt hat», erklärte der Landwirt aus Immensee. Wie bereits am Rigischwinget musste sich Betschart auch am Brünig einem anspruchsvollen Notenblatt stellen. Gegen zwei Eidgenossen und zwei Teilverbandskranzer zeigte der Immenseer starke Leistungen.
 
Vier Festsieger
Im Schlussgang des Bergklassikers standen sich die beiden Eidgenossen Armon Orlik und Fabian Staudenmann gegenüber. Nachdem der Schlussgang ohne Sieger endete, durften sich gleich vier Schwinger als Festsieger feiern lassen. Armon Orlik, Fabian Staudenmann, Matthieu Burger und Werner Schlegel gewannen allesamt erstmals den Brünigschwinget.
 
Festsieg verteidigen
Auch wenn für Betschart das erklärte Saisonziel eines zweiten Bergkranzes vorerst unerreicht bleibt, befindet er sich weiterhin in bestechender Form. Seine konstanten Leistungen auf hohem Niveau stimmen zuversichtlich für die kommenden Aufgaben.
Die nächste Gelegenheit bietet sich am Urnerbodenschwinget am 9. August. Dort werden zwar keine Kränze vergeben, dafür winken Käse-, Fleisch- und Lebendpreise. Für Betschart gilt zudem, seinen Festsieg aus den beiden Vorjahren erfolgreich zu verteidigen.